Widget Image
Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit, sed diam nonummy nibh euismod tincidunt ut laoreet dolore magna aliquam erat volutpat. Ut wisi enim ad minim veniam, quis nostrud exerci tation ullamcorper suscipit lobortis nisl ut aliquip
Email: hello@yourdomain.com
Phone: +88 (0) 101 0000 000
Fax: +88 (0) 202 0000 001

Heinz Frank: Der Eigen-Epigone

Der Eigen-Epigone
Georg Sch├Âllhammer

Das Souterrain, ehemals eine B├Ąckerei in der Wiener Guntherstra├če, nahe den Kleing├Ąrten der Schmelz und deren ┬╗Schutzhaus zur Zukunft┬ź, ist der Schauplatz eines von Bildern, Skulpturen, verschiedenartigsten Wahrnehmungsapparaten, Objekten, M├Âbeln, Teppichen und Steinen sowie anderen Fundst├╝cken aufgef├╝hrten Schauspiels, dessen Hauptdarsteller zum Beispiel das Nichts, die Unendlichkeit des Lochs, des Kreises, der seinem Mittelpunkt ewige Treue schw├Ârt, sind. K├Ârper, die in sich sind, von Spiegeln erblickt, die nichts anderes als zueinander gewandt in ihre eigene Leere blicken.

Das St├╝ck schreitet nur langsam voran, Jahrzehnte lang schon, seine Akteure und Charaktere, seine Figuren wechseln ihr Aussehen, tauschen ihre Teile gegen einander, f├╝gen sich zu neuen Wesen. Sein Regisseur, oder Arrangeur, sein Autor, sein Requisiteur sowie Souf´Čéeur tritt unter dem Namen ┬╗Der Eigen-Epigone┬ź dort auf: Heinz Frank.

Fast sein ganzes Leben lang hat er sich an diesem Ort eingehaust, zwei Stockwerke h├Âher, in einer Wohnung, die der Elektrotechniker ÔÇô und dann von Ernst Plischke am Wiener Schillerplatz gelehrte Architekt, Bildhauer, Zeichner und Sprachk├╝nstler ÔÇô mit seiner Mutter bewohnte und dann wieder bezog. Diese Wohnung ist die Schatulle, in der Heinz Frank den Schlaf der Vernunft denkt. Sie ist wie ein Anzug angemessen an seinen K├Ârper und an seinen Wunsch zur├╝ckzutreten in ein Innerstes.

Oft werden die Wesen auch anderswo engagiert: in Museen und Galerien, in Buchhandlungen und Juweliergesch├Ąften, in Bars oder in B├╝chern. Aber viele von ihnen kehren dann immer wieder in die Guntherstra├če zur├╝ck. Ihre Namen sind ihr Beginn und ihr Ende. Mikropoeme, Aphorismen, Haikus gleich, auf Zetteln in Versalien von ihrem Bauherrn notiert, beschreiben sie ihren Zustand, oder sind vielmehr der eigentliche Grund f├╝r ihre physische Existenz. In ihre Formen, die aus den Worten entstehen, schreiben sich immer wieder auch Abdr├╝cke und Eindr├╝cke des K├Ârpers ihres Gestalters ein. Oder aber er schreibt seinen K├Ârper aus ihnen heraus, weil er ihn in einer abgelegten Sache zuf├Ąllig schon vorfindet.

Dieses Buch h├Ąlt ÔÇô mit dem Blick des Fotografen Wolfgang Thaler ÔÇô einen Moment dieser Szenerie fest. Und es fixiert die Objekte gewordenen Spuren eines Denkens am K├Ârper und der Unm├Âglichkeit vieler Sprachen, dieses Denken zu beschreiben, an einem Bild-Ort.

Dem Eigen-Epigonen Heinz Frank ist es gewidmet. Ich kenne nicht viele Menschen wie ihn, K├╝nstler schon gar nicht.

 

https://sonderzahl.at/buch/heinz-frank-ich-kehre-mir-den-ruecken-zu-und-trete-in-mich-ein-der-eigen-epigone/

Client:

tranzit

Year:

2018

Category: